- Grundprinzip
- Technologien
- Auflösung
- Merkmale, Funktionen und deren Verwendung
- wichtige Wartungshinweise
Beamer sind heute aus einer zeitgemäßen professionellen Präsentation nicht mehr wegzudenken. Die Installation und die Bedienung mobiler Projektoren sind sehr einfach geworden und erfordern wenig Vorbereitung. Das Studium dieser beiden Seiten soll Ihnen helfen, ein wirklich gutes Bild an die Projektionswand zu bekommen. Das ist nicht so schwer, wenn man das Grundprinzip kennt, nach dem beinahe alle Beamer aufgebaut sind. Nehmen Sie sich einfach die Zeit zum Lesen – das Ergebnis belohnt Sie. Die allgemeine Verfügbarkeit und umfangreiche Funktionalität von Beamern führen nämlich mitunter zu Projektionen zweifelhafter Qualität. Nicht alle Funktionen eines Beamers sind in jeder Situation sinnvoll. 1. Grundprinzip eines Beamers Beinahe alle portablen Beamer arbeiten nach einem Grundschema. Das zu projizierende Bild wird in Form elektrischer Signale von einem PC oder einer Videoquelle über verschiedene Schnittstellen dem Projektor zugeführt. Die Signale werden als Bild auf einem kleinen Microdisplay im Projektor dargestellt. Dieses Display wird von einer starken Lichtquelle beleuchtet – meist einer langlebigen Gasentladungslampe. Mit Hilfe eines veränderlichen (Zoom-) Objektivs erfolgt die Projektion auf eine Projektionswand – praktischerweise oberhalb der Objektivebene.  2. Technologien Derzeit dominieren zwei Technologien im Markt der portablen Projektoren: Die DLP™-Technologie von Texas Instruments und die 3LCD-Technolgie, hauptsächlich getragen von Epson. Beide Technologien haben ihre Vor- und Nachteile, doch zunächst zum Prinzip. DLP™ Steht für Digital Light Processing und verwendet einen winzigen Chip mit Mikrospiegeln. Jeder Spiegel stellt einen Bildpunkt dar. Durch elektrische Ladungen kann man die Spiegel kippen. Je nach Lage des Spiegels wird das Licht durch das Objektiv gelenkt oder absorbiert. So entsteht ein heller oder ein dunkler Bildpunkt. Ein farbiges Bild entsteht, indem das weiße Licht der Lampe mit einem schnell rotierenden Farbrad in die Grundfarben Rot, Grün und Blau (RGB) zerlegt und nacheinander projiziert wird. Das relativ träge menschliche Auge setzt das Bild dann zu einem farbigen Bild zusammen.  3LCD Bei der 3LCD-Technologie werden 3 Microdisplays aus polykristallinem Silizium verwendet. LCD steht für Liquid Crystal Display. Die Flüssigkristalle in jedem Bildpunkt bilden eine Art Lichtventil. Das weiße Licht der Lampe wird mit optischen Filtern in die Grundfarben zerlegt und auf getrennten Wegen durch die 3 Displays hindurch geschickt. Anschließend setzt ein Prismenblock die Teilbilder zu einem farbigen Bild zusammen, das über das Objektiv projiziert wird.  Vor- und Nachteile: Was bedeutet das in der Praxis für den Beamer und das projizierte Bild? DLP™-Beamer lassen sich durch den einfacheren Aufbau kleiner, leichter aber auch robuster bauen als 3LCD-Beamer. Ein schönes Beispiel ist der Geha compact 215. Aufgrund der Reflexion des Lichtes an der Oberfläche fehlt bei DLP™ störendes Streulicht, so dass ein höheres Kontrastverhältnis möglich ist. Das spielt aber im Businessbereich keine Rolle, weil der Kontrastumfang durch das Umgebungslicht begrenzt wird. Extrem kleine Abstände zwischen den Bildpunkten bewirken eine homogene Bildstruktur, während bei 3LCD-Projektoren durch die inneren Strukturen der Chips immer Abschattungen entstehen, die sich in einem „Fliegengitter“ im projizierten Bild äußern.  Dafür zeigen 3LCD-Projektoren satte Farben, während bei DLP™-Projektoren im Businessbereich auf Farbsättigung zugunsten von Helligkeit verzichtet wird. Dazu wird dem Farbrad neben RGB ein Weißsektor zugefügt. Der sog. „Regenbogeneffekt“ bei DLP™ wird heute weitestgehend eliminiert. Er entsteht durch die Farbübertragung nacheinander.  Die Verwendung lichtdurchlässiger Chips bei 3LCD bedingt eine Kühlung im Luftstrom, wodurch diese Geräte sehr staubempfindlich sind. Die verwendeten organischen Filtermaterialien verändern sich unter Einwirkung von Strahlung, so dass 3LCD-Projektoren nicht für den Dauereinsatz geeignet sind und „altern“. Weitere Informationen dazu finden Sie auf den Webseiten www.dlp.com und www.3lcd.com. 3. Auflösung Damit bezeichnet man die Anzahl der verwendeten Bildpunkte. Meist erfolgt die Angabe in Spalten- und Zeilenzahl. Üblich sind derzeit:
| | Bezeichnung | Bildpunkte | Format | | | Business | | | SVGA | 800 x 600 | 4 : 3 | | | XGA | 1024 x 768 | 4 : 3 | | | SXGA | 1280 x 1024 | 5 : 4 | | | SXGA+ | 1400 x 1050 | 4 : 3 | | | UXGA | 1600 x 1200 | 4 : 3 | | | WXGA | 1280 x 800 | 16 : 10 | | | WXGA | 1440 x 900 | 16 : 10 | | | | | | Video | | | | NTSC | 640 x 480 | 4 : 3 | | | PAL / SECAM | 768 x 576 | 4 : 3 | | | Wide NTSC | 852 x 480 | 16 : 9 | | | PALplus | 1024 x 576 | 16 : 9 | | | HD720 | 1280 x 720 | 16 : 9 | | | HD1080 | 1920 x 1080 | 16 : 9 | |
Allgemein gilt: Je höher die Auflösung, umso mehr Details sind im projizierten Bild sichtbar. Die Auflösung bei Beamern ist fest und unveränderbar. Das hat Konsequenzen: Wie bei einer Kette ist die Projektion nur so gut, wie ihr schwächstes Glied. Alles sollte zueinander passen – vom Signal bis zur Projektionswand. Deshalb muss die verwendete Auflösung genau zur Auflösung des im Projektor eingebauten Displays passen. Alle anderen Auflösungen müssen „umgerechnet“ werden und führen zu „unscharfen“ Bildern. Im Businessbereich ist derzeit das Seitenverhältnis 4 : 3 üblich, Heimkino orientiert sich an 16 : 9. Das neue Businessformat 16 : 10 ist bei Microdisplays derzeit nicht üblich und wird nur von wenigen Beamern überhaupt erkannt! 4. Merkmale, Funktionen und deren Verwendung Viele Ausstattungsmerkmale lassen sich je nach Situation sinnvoll verwenden. Manche Funktionen haben auch ihre Tücken! Automatische Quellensuche: Benutzerfreundlich sucht der Projektor selbst nach angeschlossenen Bildquellen. Blank, Mask, Shutter: Das projizierte Bild wird abgedunkelt. Jetzt haben Sie die volle Aufmerksamkeit des Publikums auf sich gelenkt. Sinnvoll auch bei kleinen Pausen, damit sie den Projektor nicht neu hochfahren müssen. Das schont die Lampe, aber Achtung! Weil diese Funktion die 3LCD-Chips extrem belastet, ist die Funktion meist auf max. 15 Minuten limitiert. Danach schaltet sich die Lampe ab. Deckenmontage: Mobile Projektoren erzeugen das Bild oberhalb der Projektionsebene. Soll der Projektor an der Decke montiert werden, muss der Projektor das Bild unterhalb der Projektionsebene erzeugen. Dazu dreht man den Projektor einfach um und aktiviert im Menü die Funktion „Deckenmontage“ – das Bild wird gedreht und ist jetzt wieder aufrecht zu sehen. Im Boden des Projektors sind Gewindebohrungen für die Deckenbefestigung vorgesehen.  Digital Zoom: Vergrößerung von Bildausschnitten, damit man auch in der letzten Reihe das „Kleingedruckte“ aus einer Tabelle lesen kann. Die Größe des Bildes selbst bleibt erhalten. Vergleiche gZoom. Freeze: Einfrieren des projizierten Bildes während der Präsentation. Sie können nun Veränderungen am PC vornehmen, z. B. weiter blättern, ohne dass das Auditorium es bemerkt. OSD: Über das OnScreenDisplay im projizierten Bild wird die gesamte Bedienerführung realisiert. Sinnvoll ist ein variables OSD, damit bestimmte Bildteile nicht ständig verdeckt werden. Den Dialog kann man bei einigen Projektoren auch abschalten, damit im Bild gar nichts verdeckt wird. Projektionsverhältnis PV (siehe Abbildung 1): Diese Angabe ist projektorenspezifisch und dient der Berechnung der Größe bzw. Entfernung des projizierten Bildes. Angegeben wird das Verhältnis von Entfernung (zwischen Objektiv und Projektionswand) zu Bildbreite. Ist die Bildbreite gegeben, multipliziert man mit dem PV und erhält die Entfernung. Ist die Entfernung gegeben, dividiert man durch das PV und erhält die Bildbreite. Bei Zoomobjektiven gibt man immer die Extremwerte an. Reset, Werkseinstellungen: Das kennen Sie von Ihrem PC: Wenn gar nichts mehr geht, aktivieren Sie diese Funktion. Alle Einstellungen werden auf Mittelwert bzw. Grundeinstellung gesetzt. Möglicherweise müssen Sie nun die Menüsprache von Englisch auf Deutsch stellen. Trapezkorrektur, Keystonekorrektur: Bei paralleler Projektion erzeugen alle mobilen Beamer ein rechteckiges Bild oberhalb der Projektionsebene. Reicht die Höhe des Projektionsbildes nicht aus, kann man viele Projektoren durch Ausfahren eines Stellfußes kippen. Jetzt entsteht aber ein trapezförmiges Bild, die Oberseite ist breiter als die Unterseite des Bildes. Die automatische (oder manuelle) Trapezkorrektur rückt das Bild elektronisch gerade – allerdings unter erheblichem Qualitätsverlust durch Umrechnung von Bildpunkten! Unterwegs ist diese Funktion äußerst praktisch, in der Festinstallation sollte man sie niemals verwenden. Viel besser ist das Ergebnis, wenn man den Projektor auf einen höhenverstellbaren Projektortisch stellt oder den dafür vorgesehenen Keystonebügel der Projektionswand benutzt. Weitwinkelobjektiv: Um auch in kleinen Räumen mit wenig Platz große Bilder zu erzeugen, werden zunehmend bei mobilen Projektoren Objektive mit kurzer Brennweite und damit kleinem gProjektionsverhältnis angeboten. Diese Projektoren sind besonders empfindlich bezüglich des Trapezeffektes. Bitte unbedingt parallel projizieren! Zoom: Anpassung der Größe des projizierten Bildes an die Größe der Projektionswand nur durch das Drehen des Zoom-Ringes am Objektiv. Der Zoombereich von Projektionsobjektiven ist mit 1,3 zu 1 (Größtes Bild zu kleinstes Bild bei festem Abstand) viel kleiner als bei Kameras. 5. Wichtige Wartungshinweise für Beamer Bitte beachten Sie die Abkühlzeiten der Projektoren und trennen Sie den Projektor niemals sofort vom Netz – es sei denn der Projektor ist mit einer Nachlauffunktion (Unplug and Go) ausgerüstet. Reinigen Sie die Luftfilter regelmäßig, wie in der Bedienungsanleitung beschrieben. Regelmäßig heißt meist alle 200 bis 300 Betriebsstunden. Das gilt insbesondere für schlecht zugängliche Projektoren unter der Decke! 3LCD-Projektoren sind nicht für den Dauerbetrieb geeignet! Die verwendeten organischen Filtermaterialien brauchen eine tägliche längere Abkühlphase, sonst werden diese Filter zerstört. Zeigen sich wolkige Verfärbungen im Bild, benutzen Sie das Gerät auf keinen Fall weiter. Eine Benutzung von mehr als 6 Stunden täglich gilt bereits als Dauerbetrieb.
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